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Warum gibt es eigentlich kein „Westerwelle-Camp“?

„Was meint Ihr, sehen so Leute wie Westerwelle, Lindner oder Rösler Veranstaltungen wie Schäfflers Unterstützercamp eher mit Neid oder eher mit Groll?“ Das war die Frage eines Teilnehmers beim Mittagessen an Tag drei des Camps, die wir umgehend länger diskutierten.

Groll, ja den gibt’s sicherlich. Denn es ist allgemein bekannt, dass Schäfflers Kollegen im Bundestag ihn wegen seiner liberalen Einstellung, zu der er zu allem Überfluss auch bei verschiedenen Abstimmungen im Parlament zu stehen gewagt hat, nicht besonders mögen und sicherlich auch gut ohne ihn als Abgeordnetenkollegen leben könnten. Groll wäre also durchaus nachvollziehbar.

Neid hingegen, darin waren wir uns schnell einig, wäre dagegen ziemlich unangebracht. Denn schließlich könnte ja jeder, insbesondere die bekannteren Köpfe der FDP, etwas Ähnliches aufziehen. Die Chance, Leute zu finden, die ebenfalls hunderte Kilometer Anreise auf sich nehmen, um Wahlkampf zu machen, hat vielleicht nicht jeder aber zumindest die bekannteren Gesichter könnten das sicher hinbekommen. Und: Gerade Leute wie Westerwelle hätten eigentlich sogar die verdammte Pflicht, intensiv um ihr Direktmandat zu kämpfen, statt sich auf den Status des ewigen CDU-Anhängsels zu verlassen, so jedenfalls die einhellige Meinung am Tisch.

Was einem „Brüderlecamp“ im Unterschied zum ostwestfälischen Wahlkampfcamp wahrscheinlich fehlen würde, wäre die ideologische Grundlage, die die Leute anlockt. Die 50 Teilnehmer plus die vielen Referenten plus Menschen wie Richard Sulik oder Carlos Gebauer plus natürlich auch Frank Schäffler selbst mit seinem Team aus Berlin und dem Wahlkreis sind hier tagelang zusammengekommen und konnten sich intensiv über selbst für politisch aktive Leute nicht so ganz alltägliche Themen wie den Goldstandard, den Kantschen Freiheitsbegriff oder die Arbeitsweise des europäischen Parlamentes austauschen. Ideologisch hätte ein fraktionstreuer Parteisoldat hier wohl nichts Vergleichbares anzubieten, sondern könnte allenfalls mit seiner eigenen Popularität und dem Wahlprogramm versuchen zu begeistern.

Allerdings dürfte das ja schon ausreichen, wenn denn der Wille da wäre – und es in der FDP ein paar mehr Abgeordnete gäbe, die ihr Direktmandat wirklich ernst nehmen und aus Überzeugung darum kämpfen anstatt einfach nur den Wahlzettel zu verlängern und dann aber auf ihre eigenen Plakate kurz vor der Wahl noch Zweitstimmenstörer zu kleben, weil sie aus irgendwelchen Gründen glauben, dass es so etwas wie ein Naturgesetz sein müsste, dass der Wähler mit der Erststimme CDU oder SPD wählt – und dabei völlig vergessen, dass eben wer gar nicht erst kämpft bereits verloren hat.

Herforder Rettungsschirm funktioniert

20130831_142608Heute wurde Ostwestfalens größter Rettungsschirm installiert. Dazu brauchte es keine Order von oben, keine Garantien und auch keinen Haircut – und trotzdem erfüllte dieser Schirm alle in ihn gesteckten Erwartungen und hielt sogar auch noch den zwischenzeitlichen Regen ab.

Der endete genau rechtzeitig, bevor Carlos A. Gebauer die Großveranstaltung eröffnete. Musikalisches von Kalle Kappner und Kabarett von Dietmar-Dominik Hennig rundeten die Moderation Gebauers ab. Stargast Richard Sulík griff Hennigs kabarettistische Kritik an den mangelnden Wahlmöglichkeiten in Europa auf und ging auf das Demokratiedefizit der derzeitigen Europäischen Institutionen ein.

Sulík warf die entscheidende Frage auf: Wen, oder überhaupt: Was?, solle man wählen, wenn man mit dem Kurs Draghis, Barrosos oder Merkels nicht einverstanden sei? Nur diejenigen Bürger Europas mit einem Abgeordneten wie Frank Schäffler hätten die Möglichkeit, sich gegen den derzeitigen Kurs zu wenden, alle anderen wären dem scheinbaren Konsens ausgeliefert.

Hauptredner Frank Schäffler bekräftigte denn auch, dass er sein kritisches Programm fortsetzen wolle, immer im Sinne der individuellen Freiheit und einer dezentralen Vision von Europa, mit Gesellschaften in Freiheit und Eigenverantwortung.

Los geht’s!

Vom 30. August bis 4. September treffen sich ca. 50 junge Leute auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler in dessen Wahlkreis in Ostwestfalen-Lippe zu einem Unterstütztercamp.

Es geht dabei nicht nur um Wahlkampf. Das Camp bietet ein kombiniertes Wahlkampf- und Seminarprogramm. Bekannte Dozenten aus Politik und Wissenschaft geben in insgesamt 12 Lerneinheiten einen breiten Einblick in die Werte und Konzepte des klassischen Liberalismus.

Neben der vielen Theorie kommt auch die Praxis nicht zu kurz. Vom traditionellen Straßen- und Häuserwahlkampf über die Premiere des Schäffler-Werbespots bis hin zur Großveranstaltung steht hier Einiges auf dem Programm.

Das Unterstützercamp wird zu einer der umfangreichsten Kampagnen werden, die jemals ein einzelner Bundestagsabgeordneter gefahren hat. In diesem Blog halten wir aus Teilnehmersicht Aktionen, Gedanken und Eindrücke rund um das Camp in Text, Bild und Video fest.